Abstract
Regionale Wirtschaft und Förderung der bretonischen Identität und Sprache
Die Verwendung von Minderheitensprachen im Wirtschaftsleben in Europa ist nicht immer selbstverständlich, insbesondere in Ländern, wo kein rechtlicher Anspruch auf den Gebrauch dieser Sprachen besteht, wie etwa in Frankreich. Dort hat die seit mehr als zwei Jahrhunderten verfolgte Politik des Monolingualismus maßgeblich zum Niedergang aller sogenannten „Regionalsprachen“ beigetragen. So wurden diese Sprachen nach und nach aus dem öffentlichen Bereich und der Wirtschaft verdrängt, bis es schließlich ab den 1950er-Jahren zu einem abrupten Bruch der familiären Weitergabe kam. Im Kontext eines stark zentralisierten Staates konnte sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte entsprechend nur mühsam eine Revitalisierungspolitik „von unten nach oben“ entwickeln, die bis zum heutigen Tag verschiedene soziale Anwendungsbereiche umfasst, darunter auch die Wirtschaft. Am Beispiel des Bretonischen soll dieser Artikel zeigen, wie die Verwendung von Minderheitensprachen in der Wirtschaft durch verschiedene private institutionelle Akteure und sozialstaatliche Partnerschaften gefördert wird. Analysiert wird die Rolle des Comité d’études et de liaison des intérêts bretons (CÉLIB), des Unternehmernetzwerkes Produit en Bretagne sowie des Office public de la langue bretonne.

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Copyright (c) 2025 Jean-Rémi Carbonneau