Abstract
„Varnsdorfer Generation“ oder wie aus Erinnerungen Geschichte wurde
Der Beitrag widmet sich den Erinnerungen der sogenannten „Varnsdorfer Generation“ an ihre Schulzeit in Nordböhmen nach dem Zweiten Weltkrieg, die zwischen 1993 und 2011 in sorbischen Medien veröffentlicht wurden. Er interpretiert das Erinnern als einen dynamischen Prozess und untersucht die Bedingungen seines Entstehens, die involvierten Akteurinnen und Akteure und deren Motivationen sowie die Funktion dieses Erinnerns. Zur Einordnung der Quellen werden kulturwissenschaftliche Ansätze aus der Oral History und den Memory Studies herangezogen. Die zentrale These, dass es sich um einen durch die Folgen der politischen Wende 1989/90 initiierten Erinnerungsprozess handelt, der Identitäts- und Deutungsangebote bereitstellt, wird durch eine systematische Recherche, den Vergleich der Erinnerungstexte und ihre Kontextualisierung untermauert.

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