https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/issue/feed Lětopis – Zeitschrift für Sorabistik und vergleichende Minderheitenforschung 2025-12-16T14:01:32+01:00 Thomas Menzel letopis@serbski-institut.de Open Journal Systems <p><strong>Ziele und Themen der Zeitschrift</strong></p> <p>Die Zeitschrift „Lětopis“ veröffentlicht wissenschaftliche Aufsätze über sorbische Sprache, Kultur und Geschichte sowie zur vergleichenden Minderheitenforschung und Rezensionen von Arbeiten, in denen die genannten Themengebiete behandelt werden. Die Zeitschrift richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihren Fachgebieten oder interdisziplinär Forschungen mit Bezug auf die Sorben durchführen oder forschungsrelevante Informationen suchen.</p> <hr /> <p><strong>Schlüsselwörter:</strong> Sorabistik, Obersorbisch, Niedersorbisch, Slawische Sprachen, Minderheitenforschung</p> https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/26 Mythos, Natur und Geschlecht in Jurij Kochs Wišnina / Der Kirschbaum (1984). Ansätze zur Analyse von Grundzügen der narrativen Welterzeugung in der neueren sorbischen Erzählliteratur 2025-05-20T15:32:16+02:00 Willi W. Barthold <p><strong>Natur und Geschlecht in Jurij Kochs <em>Wišnina </em>/ <em>Der Kirschbaum</em> (1984). Ansätze zur Analyse von Grundzügen der narrativen Welterzeugung in der neueren sorbischen Erzählliteratur</strong></p> <p>Im sorbischen Imaginären sind Mythen allgegenwärtig: von den bekannten sorbischen Sagenfiguren bis hin zur slawischen Götterwelt oder der antiken Überlieferung nehmen sorbische Erzähltexte immer wieder auf Mythen Bezug, wenn sie ihren eigenen literarischen Weltentwurf generieren. Anhand einer Analyse von Jurij Kochs Novelle <em>Wi</em><em>šnina&nbsp;</em>/&nbsp;<em>Der Kirschbaum</em> (1984) untersucht der Aufsatz diese literarische Funktionalisierung des Mythos in Verbindung mit der Frage nach der narrativen Aushandlung von Mensch-Natur-Beziehungen und Geschlechterverhältnissen. Denn im Erzählen von und mit Mythen, so die These, konstruieren sorbische Texte nicht nur sorbische Selbstbilder und Eigen-Fremd-Unterscheidungen, sondern zugleich auch Vorstellungen der Natur im Verhältnis zum Sorbischen sowie von ‚Natürlichkeit‘, Männlichkeit und Weiblichkeit. Mit analytischem Fokus auf Mythos, Natur und Geschlecht als prägende und miteinander verwobene Dimensionen sorbischer narrativer Welterzeugung wird Jurij Kochs Novelle als ein Narrativ lesbar, in dessen Zentrum die Stabilisierung eines auf mythisch begründeter Beheimatung, Naturnähe und tradierten Geschlechtervorstellungen basierenden sorbischen Selbstverständnisses steht.</p> 2025-05-20T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2025 Willi W. Barthold https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/46 Ort – Grenze – Netzwerk. Zu einigen Implikationen der Digitalisierung im sorbischen musealen Feld 2025-03-11T09:30:13+01:00 Robert Lorenz <p><strong>Ort – Grenze – Netzwerk. Zu einigen Implikationen der Digitalisierung im sorbischen musealen Feld</strong></p> <p>Digitalisierung gewinnt als praktische Arbeitsaufgabe wie als theoretisches Forschungsfeld in der Sorabistik zunehmend an Bedeutung. Das gilt auch für das Feld der Museologie. In diesem Aufsatz wird am Beispiel von drei historischen Wegmarken untersucht, welchen Stand die Beschäftigung mit den sachkulturellen sorbischen/wendischen musealen Sammlungen die sorabistische Museologie erreicht hat, wo Desiderate bestehen und welche Potenziale wie auch Risiken die Digitalisierung in diesem Bereich in Zukunft bereithält. Es zeichnet sich dabei ein dialektisches Feld ab, das einerseits durch gewachsene Souveränität bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen sachkulturellen Erbe gekennzeichnet ist, in welchem aber andererseits eingeübte Mechanismen der Minderheitenerfahrung herausgefordert und in Frage gestellt werden. Der Aufsatz plädiert im Fazit dafür, bei der Bearbeitung dieses Spannungsfeldes sorabistischer Digitalisierung alle relevanten Akteursgruppen partizipativ einzubeziehen und sie als Chance zu begreifen.</p> 2025-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Robert Lorenz https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/51 Operacje na zbiorach słów jako sposób na określenie skali podobieństwa pomiędzy pokrewnymi językami (na przykładzie języków dolnołużyckiego i polskiego) 2025-12-08T09:00:23+01:00 Bartłomiej Szawulak Tadeusz Lewaszkiewicz Piotr Formanowicz <p><strong>Operationen an Wortmengen als Mittel zur Bestimmung des Ähnlichkeitsgrades zwischen verwandten Sprachen (am Beispiel des Niedersorbischen und des Polnischen)</strong></p> <p>Die slawischen Sprachen zeichnen sich im Vergleich mit anderen indoeuropäischen Sprachen durch einen hohen Ähnlichkeitsgrad aus, der z. B. im gemeinsamen Wortschatz ersichtlich wird. Die Ähnlichkeit zwischen zwei Vertretern der Gruppe ist unterschiedlich und hängt von den Wechselbeziehungen ab, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Anhand von literarischen Texten als Quellenmaterial werden in dieser Arbeit lexikalische Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Niedersorbischen und Polnischen analysiert. Die Studie konzentriert sich auf identische oder ähnliche Wortnotierungen und nimmt spezifische Unterschiede der Vergleichssprachen auf, wobei einige wiederkehrende Unterschiede berücksichtigt werden. In der Analyse wird eine Methode des lexikalischen Vergleichs angewendet, die auf der Grundlage von Levenshtein-Distanzen eine Bewertung von Ähnlichkeitsgraden auf lexikalischer Ebene ermöglicht. Die Textgrundlage ist das Werk „Der kleine Prinz“, das aus dem Französischen in beide Vergleichssprachen übersetzt wurde. Dabei werden sowohl Fälle identischer Notierung als auch vorab definierte Notationsunterschiede in Betracht gezogen.</p> 2025-12-08T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Bartłomiej Szawulak, Tadeusz Lewaszkiewicz, Piotr Formanowicz https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/200 Regionale Wirtschaft und Förderung der bretonischen Identität und Sprache 2025-12-16T12:02:47+01:00 Jean-Rémi Carbonneau <p><strong>Regionale Wirtschaft und Förderung der bretonischen Identität und Sprache</strong></p> <p>Die Verwendung von Minderheitensprachen im Wirtschaftsleben in Europa ist nicht immer selbstverständlich, insbesondere in Ländern, wo kein rechtlicher Anspruch auf den Gebrauch dieser Sprachen besteht, wie etwa in Frankreich. Dort hat die seit mehr als zwei Jahrhunderten verfolgte Politik des Monolingualismus maßgeblich zum Niedergang aller sogenannten „Regionalsprachen“ beigetragen. So wurden diese Sprachen nach und nach aus dem öffentlichen Bereich und der Wirtschaft verdrängt, bis es schließlich ab den 1950er-Jahren zu einem abrupten Bruch der familiären Weitergabe kam. Im Kontext eines stark zentralisierten Staates konnte sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte entsprechend nur mühsam eine Revitalisierungspolitik „von unten nach oben“ entwickeln, die bis zum heutigen Tag verschiedene soziale Anwendungsbereiche umfasst, darunter auch die Wirtschaft. Am Beispiel des Bretonischen soll dieser Artikel zeigen, wie die Verwendung von Minderheitensprachen in der Wirtschaft durch verschiedene private institutionelle Akteure und sozialstaatliche Partnerschaften gefördert wird. Analysiert wird die Rolle des <em>Comité d’études et de liaison des intérêts bretons</em> (CÉLIB), des Unternehmernetzwerkes <em>Produit en Bretagne</em> sowie des <em>Office public de la langue bretonne</em>.</p> 2025-12-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Jean-Rémi Carbonneau https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/202 Evaluating Language Revitalisation. The Case of Zorja 2025-12-16T14:01:32+01:00 Lutz Laschewski Sophie Rädel <p><strong>Zur Evaluierung von Sprachrevitalisierung. Der Fall <em>Zorja</em></strong></p> <p>Das <em>Zorja</em>-Projekt ist das erste immersive Sprachlernprogramm für Erwachsene im Kontext des Niedersorbischen. Die Neuartigkeit des Ansatzes wirft eine Reihe von inhaltlichen und methodischen Fragen für seine Bewertung auf. Im Zusammenhang mit der Sprachpolitik gegenüber Minderheitensprachen in Deutschland sind systematische Evaluationen bisher kaum etabliert. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel dieses Artikels, einen anschaulichen Evaluationsansatz für die Sprachrevitalisierung zu entwickeln und grundlegende Konzepte der Evaluationsforschung in die minderheiten- und sprachenpolitische Debatte einzubringen. Es zeigt sich, dass uns nicht nur Referenzdaten fehlen, sondern dass wir für einige Kriterien manchmal sogar keine geeigneten Maßnahmen zur Beobachtung von Veränderungen haben. So stellt die Evaluierung des <em>Zorja</em>-Projekts selbst eine Lernreise über eine integrative Lernumgebung und die Evaluierung von Lernprogrammen dar.</p> 2025-12-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Lutz Laschewski, Sophie Rädel https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/47 Der lexikalische Einfluss des Tschechischen auf die Übersetzung des Neuen Testaments von Mikławš Jakubica (1548) 2025-07-02T11:55:30+02:00 Hanna Aleksiayevich <p><strong>Der lexikalische Einfluss des Tschechischen auf die Übersetzung des Neuen Testaments von Mikławš Jakubica (1548)</strong></p> <p>Dieser Beitrag ist den tschechischen lexikalischen Entlehnungen in der niedersorbischen Übersetzung des Neuen Testaments von 1548 gewidmet. M. Jakubica benutzte beim Übersetzen die tschechische Bibel, was das Lexikon des Denkmals erheblich beeinflusste. Das Hauptziel des Artikels ist die Untersuchung der lexikalischen Bohemismen, die von den Polonismen unterschieden werden müssen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der polnische lexikalische Einfluss minimal war, während der tschechische lexikalische Einfluss im Gegensatz dazu ziemlich stark in Erscheinung trat. M. Jakubica entlehnte tschechische Wörter aus einer Vielzahl von lexikalisch-semantischen Gruppen, einschließlich Konjunktionen und Präpositionen. Mit Hilfe von Bohemismen bildete der Übersetzer eigene Wortschöpfungen.</p> 2025-07-02T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2025 Hanna Aleksiayevich https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/201 Typologie des Genus im Sorbischen. Die grammatische Kategorie Genus zwischen Referentenbezug und lexikalischer Verfestigung 2025-12-16T13:53:19+01:00 Thomas Menzel <p><strong>Typologie des Genus im Sorbischen. Die grammatische Kategorie Genus zwischen Referentenbezug und lexikalischer Verfestigung</strong></p> <p>Das Genus der personalen Substantive funktioniert im Sorbischen zwischen pragmatisch-situativem Referentenbezug und lexikalischer Fixierung, die ein Indikator der Grammatikalisierung des Genus als obligatorische Kategorie der Substantive ist. In dieser Studie schlagen wir eine Feldstruktur des Genus bei personalen Substantiven vor, die durch zwei Achsen aufgespannt wird: Die funktionale Achse erstreckt sich zwischen den Polen des vollständig lexikalisierten Genus bei äquipollenten Kontrastpaaren und dem pragmatischen, referentenabhängigen Genusgebrauch bei Substantiven des “genus commune”. Die zweite Achse beschreibt den strukturellen Kontrast zwischen Realisierung und Neutralisierung von Genusrelationen. Genuszugehörigkeiten von Substantiven können nämlich aus lexikalischen (Epikoina) oder pragmatischen Gründen (generisches Maskulinum/Femininum) sprachlich unausgedrückt bleiben. Im Sorbischen ist der pragmatisch motivierte Genusgebrauch nur noch relikthaft vorhanden. Wie stark die lexikalische Verfestigung der Genera ist, lässt sich am Beispiel von Lehnwörtern mit unbelebten Denotaten ermessen. Besonders seit der Etablierung vollständiger Bilingualität unter den Sprechern des Sorbischen werden Konflikte zwischen den strukturellen Parametern der Genussysteme in den Kontaktsprachen zugunsten der Vorbildsprache aufgehoben. So erhält die bisher unproduktive und markierte Flexionsklasse der Feminina mit Grundformflexion durch die Aufnahme von Lehnwörtern im Sorbischen neue Produktivität. Dabei kommt es auch zur Ausweitung der Nichtflektierbarkeit von Substantiven.</p> 2025-12-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Thomas Menzel https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/22 Mukas Fragebogen. Zur Genese der „Statistika łužiskich Serbow“ 2025-03-12T14:22:02+01:00 Lubina Mahling <p><strong>Mukas Fragebogen. Zur Genese der „Statistika łužiskich Serbow“</strong></p> <p>Die von Arnošt Muka zwischen 1884 und 1886 herausgegebene „Statistika łužiskich Serbow“ [Statistik der Lausitzer Sorben] zählt bis heute zu den Standardwerken der Sorabistik. Allerdings gibt Muka nirgends Auskunft über seine Methodik oder den konkreten Sammlungs- und Redaktionsprozess. Ein im Archiv der Kirchgemeinde Baruth gefundener Fragebogen – versandt vom führenden evangelischen Pfarrer Jaroměr Hendrich Imiš – und zwei Antwortschreiben des Baruther Pfarrers geben nun Auskunft über das Entstehen eines der einflussreichsten sorbischen Bücher. Deutlich wird dabei, dass vor allem Mukas Zahlenwerk weiterführender vergleichender Forschungen bedarf.</p> 2025-03-12T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Lubina Mahling https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/34 Tagungsbericht: Konferenz „Kulturelle Diversität in der Forschungs- und Beratungspraxis zu immateriellen Kulturerbeformen“. Sorbisches Institut, Cottbus/Chóśebuz, 24.–26. Oktober 2024. 2025-03-11T11:57:51+01:00 Ines Keller 2025-03-12T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Ines Keller https://xn--ltopis-b5a.de/letopis/article/view/52 Prof. Dr. Walter Wenzel: 20.01.1929 – 17.06.2025 2025-12-08T13:12:04+01:00 Christian Zschieschang 2025-12-08T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Christian Zschieschang